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Malteser Kreis Limburg-Weilburg

Aeham Ahmad begeistert Publikum mit emotionalem Auftritt

Malteser Benefizkonzert füllt Jugendkirche CROSSOVER

19.03.2019
Mit seinem emotionalen Auftritt begeisterte der syrisch-palästinensische Künstler das Limburg Publikum. (c) Malteser

 

Limburg. „Wann passiert es, dass eine Kirche keine Stühle mehr frei hat?“, fragten sich Manuel Krzyzniewski, Malteser Kreisbeauftragter Limburg-Weilburg, und Johannes Siebenmorgen, Jugendbildungsreferent der Jugendkirche CROSSOVER in Limburg, beim Benefizkonzert der Malteser Flüchtlingshilfe. Was in unserer modernen Zeit vielleicht an Weihnachten oder bei Feiertagsgottesdiensten vorkommt, schaffte Pianist Aeham Ahmad am 16. März. Der syrisch-palästinensische Künstler zog an diesem Samstagabend nicht nur das Limburger Publikum an, auch viele auswärtige Gäste waren gekommen, um seiner Musik und Lesungen aus seinem Werk „Und die Vögel werden singen. Ich, der Pianist aus den Trümmern“ zu lauschen.

Emotionen pur

Neben der Mischung aus selbst geschriebenen Stücken und weltbekannten Melodien begeisterte der Pianist die Besucher vor allem auch durch die Emotionalität seiner musikalischen Darbietung. Immer wieder forderte er das Publikum auf: „Sing with me“ – Singt mit mir! Und das nicht nur als hintergründige Begleitung: Bei Hoffmann von Fallerslebens „Die Gedanken sind frei“, sang das gesamte Publikum lauthals mit. Die berühmteste Zeile in Beethovens Neunter Symphonie dichtete er spontan um in „Alle Menschen werden Geschwister“. Das gefalle ihm besser – und erntete dafür begeisterte Zustimmung der rund 250 Zuhörer.

Doch nicht nur das Klavierspiel, auch die von Malteser Integrationslotsen und Teilnehmern der Malteser Theaterprojekte der vergangenen Jahre vorgetragenen Auszüge aus Ahmads Buch trugen zur insgesamt sehr gefühlsgeladenen Atmosphäre des Abends bei. Der Künstler selbst lauschte den Worten sichtlich ergriffen auf dem Boden sitzend neben dem Konzertflügel. Und auch das Publikum war tief berührt von den Zeilen über das Leben im syrischen Bürgerkrieg und die Entstehung des inzwischen weltbekannten Bildes von ihm, Aeham Ahmad, Klavier spielend in den Trümmern von Damaskus. Das „Foto von mir im grünen T-Shirt“, wie Ahmad es selbst nennt, zeige den Versuch, auf das Schicksal der im Stadtteil Yarmouk eingekesselten Menschen aufmerksam zu machen und ihnen gleichzeitig etwas Hoffnung zu schenken.

Geflüchteten eine Stimme geben

Cara Basquitt, Malteser Referentin für Integrationsdienste und Organisatorin des Benefizkonzerts, freute sich sehr über die zahlreichen Besucher und die Reaktionen des Publikums: „Ziel unserer kulturellen Veranstaltungen der vergangenen Jahre und heute ist es, Begegnungen zu schaffen und den geflüchteten Menschen eine Stimme zu geben. Das große Interesse an unserer Veranstaltung und Aeham Ahmads Leben zeigt, wie viele Menschen auch heute, vier Jahre nach der Ankunft Tausender Flüchtlinge in Deutschland, noch Anteil nehmen an den Schicksalen dieser Menschen. Uns als Malteser, die wir Geflüchtete seit 2016 bei der Integration in Deutschland begleiten, freut das sehr.“

Die gute Resonanz der Veranstaltung lasse hoffen, dass sich auch weiterhin Menschen dazu entschließen, Flüchtlingen bei der Integration in Deutschland zu helfen, betonte Basquitt. Denn diese Arbeit sei nach wie vor wichtig und der Integrationsprozess längst nicht abgeschlossen. Jeder, der wöchentlich ein, zwei Stunden Zeit zur Verfügung habe, könne hier Gutes bewirken.

Basquitt dankte allen Mitwirkenden und den Kooperationspartnern der Jugendkirche CROSSOVER, des Jugendbildungswerks Limburg-Weilburg, Piano Demmer und der Galerie kunstWERK Ute Wengenroth für die gemeinsame Organisation des Abends, an dem rund 1.700 Euro zur Unterstützung der Malteser Flüchtlingshilfe zusammenkamen.

Musik und Kunst auf der Flucht

So wie Aeham Ahmad sein musikalisches Talent nutzt, um auf das Schicksal der Menschen in Syrien aufmerksam zu machen, verarbeitet auch Omar Altawil seine Erlebnisse des syrischen Bürgerkrieges in seiner Kunst. Der in Mittelhessen lebende Maler stellte im Rahmen des Benefizkonzerts seine von persönlichen Fluchterfahrungen geprägten Bilder aus. Wer sich für Omar Altawils Kunst interessiert findet auf der Facebookseite „Omar Altawil Art“ Eindrücke seiner Werke.

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